Arte Hotel Bregaglia

3. Juni bis 29. September 2012
Eröffnung am Samstag 2. Juni 2012, 14 bis 17 Uhr

Öffnungszeiten täglich von 10 bis 17 Uhr

Projekt

Luciano Fasciati · Kurator

Céline Gaillard · Assistenz

Das Kunstereignis ‚Arte Hotel Bregaglia’ wird fortgesetzt.

Diesen Sommer wird zu den belassenen Interventionen von Judith Albert, Remo Albert Alig, Evelina Cajacob, Gabriela Gerber & Lukas Bardill, Conrad J. Godly, huber.huber, Isabelle Krieg, Roman Signer, Gaudenz Signorell, Jules Spinatsch und wiedemann/mettler, welche spezifisch für den Ort entwickelt und umgesetzt wurden, ein Beitrag von Not Vital hinzukommen. Zudem werden einige kleine Überraschungen das Ereignis begleiten.


Im Sommer 2013 wird voraussichtlich eine weitere Wandarbeit realisiert werden.

Was als einmaliges Kunstprojekt im in seiner Zeit stehen gebliebenen Hotel Bregaglia im südlichen bündnerischen Alpenraum begonnen hatte, hat sich im Verlauf der vergangenen zwei Saisons zu einem grossen Kulturereignis entwickelt, das hallendes Echo nach sich zog. Die Ausstellung ‚Arte Hotel Bregaglia’ eröffnete am 27. Juni 2010 und führte den BesucherInnen die Geschichte des seit 1875 bestehenden Hotels Bregaglia mittels der Auseinandersetzung durch zeitgenössische Kunst vor Augen.
Das Hotel Bregaglia ist eines der wenigen Hotels, die noch weitgehend im Originalzustand verblieben sind. Seinen ganz eigenen Charme durch dieses Verharren in der Belle Époque, das teilweise in enorm vielfältigem und vielfarbigem Intérieur verschwand, wirkte auf die Besucher anziehend und skurril zugleich.
Die Kunstwerke der Ausstellung ‚Arte Hotel Bregaglia’ fügten sich nicht nur mit bewusster Zurückhaltung in diesen historischen Schatz ein, sie machten auf vergessene Begebenheiten aufmerksam, schlugen Brücken zu der Zeit um 1900 und zogen Verbindungslinien ins Heute. Die beteiligten KünstlerInnen bewiesen ihr Gespür für Historizität. Eine der wichtigsten Aufgaben und Möglichkeiten zeitgenössischer Kunst ist es, Veränderungen durch die Zeit, unsichtbare Entwicklungen, zu fassen und erfahrbar zu machen. Die Interventionen haben die schwierige Aufgabe von ortsspezifischer Kunst nicht nur bestanden, sondern ihre spezifische Auseinandersetzung mit dem Ort veränderte diesen. Bildlich hat das Remo Albert Alig mit seinem dreiteiligen Werk OPUS MAGNUM dargestellt: Die durch die Zeit stattgefundene Sinnentleerung bzw. der Verloren erschienene Reichtum an Historizität des Gebäudes wurde durch die erfolgte Aufmerksamkeit durch die zeitgenössischen Kunst aus seinem Dornrösschenschlaf wachgeküsst. Die Kunst belebte das Hotel. Die Interventionen, die sich 2011 zu den bestehenden Positionen gesellten, griffen denn auch die Veränderung des vergangenen Jahres auf und gingen mit der Zeit mit.

Der Erfolg der Ausstellung in Hinsicht auf die Schweizer Kunstszene misst sich in der Qualität dieser Ortsspezifizität: der Spannung, die sich durch die Positionen ergaben, die sich mitten in hochalpiner Umgebung zu Zeitfragen stellten.
Ihre Arme reichten jedoch noch viel weiter: Spielerische Werke, die jeden Geschmack der Gäste trafen, indem sie die Faszination der Umgebung und deren Möglichkeiten aufgriffen oder liebevoll tiefsinnige Fragen des Alltags sowohl als auch der menschlichen Existenz überhaupt stellten - sei es durch die Thematisierung des Klettersports, der schauerlichen Präsenz des Piz Badile, einer Hommage der täglichen Haushaltsarbeit oder das Bild eines süssen Bambis mitten in einem von Jagdtrophäen besetzten Raum - ermöglichten den Gästen einen leichten Zugang zur Kunst.